Dienstag, 20. Oktober 2015

Laura, Daddy Dom und Babygirl

Wie ich schon im Post "Die Reise zum Ich oder so...." vor einigen Tagen erwähnt habe, hatte ich neulich ein Gespräch mit einem Dom aus den USA, das mir die Augen geöffnet hat. Seitdem habe ich sehr viel gelernt und ich möchte andere daran teilhaben lassen.


Mit besagtem Dom habe ich mich darüber unterhalten, wie ich mir eine D/s-Beziehung vorstelle. Was ich brauche, was mir in früheren Beziehungen gefehlt hat, was in meinen Augen nicht gut gelaufen ist usw. Auf einmal sagte er zu mir: "Vielleicht brauchst Du eher einen Daddy Dom. Was meinst Du?" Ich antwortete: "Ja, vielleicht. Aber da ich nicht auf Ageplay und sowas stehe, ist ein Daddy Dom vermutlich auch nicht das richtige für mich." Er lachte und sagte: "Daddy Dom ist nicht Ageplay, Kleine. Was Du in Deinen Picks beschreibst, nach was Du in einem Mann suchst.... klingt stark nach der Definition eines Daddy Doms." Den Begriff hatte ich schon gehört, aber was so wirklich die Definition eines Daddy Doms ist, war mir nicht klar. Das sagte ich ihm. Er antwortete, dass viele eine Daddy Dom/babygirl-Beziehung (kurz DD/bg oder auch DD/lg für Daddy Dom/little girl) missverstehen, aber es hätte nichts mit Ageplay zu tun.

Wir setzten das Gespräch fort und das erste Mal in meinem Leben fühlte ich mich von einem Dom so richtig verstanden. Er erklärte mir im Ansatz die Dynamik einer DD/bg-Beziehung und ich begann zu verstehen... Da dieser "Lifestyle" in Deutschland kaum verbreitet ist, fing ich nach dem Gespräch an, hauptsächlich amerikanische Webseiten über DD/bg zu lesen. Und es war ein riesiger Aha-Effekt für mich. Ich fand mich in den Beschreibungen so sehr wieder. Ja, das schien es zu sein, was ich wollte und brauchte. Trotzdem fühlte ich mich mit dem Gedanken nicht wohl. Meinen Herrn Daddy nennen? Gefühle wie ein kleines Mädchen haben? Und das mit meinen negativen Erfahrungen in der Kindheit? Ist das Inzest? Oder doch Ageplay? So viele Gedanken.... so viele Dinge schossen mir durch den Kopf. Eine große Unsicherheit machte sich in mir breit.

Je mehr ich über DD/bg las, desto sicherer war ich mir jedoch, dass das "mein Ding" ist.
Es hat bis vor ein oder zwei Tagen gedauert, bis ich akzeptieren konnte, dass DD/bg meine Welt ist.
Ein bisschen erinnerte mich das ganze daran als mir damals bewusst wurde, dass ich devot bin. Ich wollte nicht devot sein, weil ich nicht "anders" sein wollte. Bis ich es irgendwann als Teil von mir akzeptiert habe. Und nun wollte ich kein Babygirl sein. Ich hatte Bedenken vor den Reaktionen anderer. Was würden sie sagen, wenn sie hören, dass ich einen Daddy Dom brauche und ein Babygirl bin?
Inzwischen bin ich soweit, dass ich sagen kann, ich bin halt so. Es ist meine Welt. Ich tue nichts schlimmes. Es ist ein Teil von BDSM. Es ist eine sanftere Form einer D/s-Beziehung. Sollen andere sich doch ihren Teil denken. Ich werde mich nicht davon abhalten lassen, meinen Weg zu gehen.

Vor etwa 17-18 Jahren wurde mir bewusst, dass ich devot bin. Das Kind (meine Phantasien und Gedanken, die ich schon viele Jahre länger hatte) bekam endlich einen Namen. Und nun, viele Jahre später, weiß ich endlich, was ich tatsächlich zu brauchen scheine. Es ist krass, dass es so lange gedauert hat, das herauszufinden. Aber ich bin froh, dass ich nun meinen Weg gefunden haben zu scheine.

Ich werde in der nächsten Zeit hier etwas mehr über DD/bg schreiben, in der Hoffnung, dass einige es lesen werden und es hilft, diesen Lifestyle auch in Deutschland bekannter werden zu lassen. Denn ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige Sub bin, die sich dort wiederfindet und vielleicht noch gar nichts von ihrem Glück weiß.

Kommentare:

  1. ((Hab mich wieder an mein PW erinnert *lach* deshalb hier auch nochmal))

    Liebe Laura,
    es ist unglaublich, wie ähnlich wir uns sind, Liebes. Wir müssten uns mal wieder unterhalten. Das was du da schreibst..kenne ich auch, von den Amis, hier bei uns in D ist das tatsächlich fast gar nicht bekannt oder wird mit Ageplay in Verbindung gebracht, was es aber definitiv nicht ist. Ich kenne auch noch die Bezeichnung, Daddy's little Princess, womit ich mich am ehesten identifizieren kann und möchte. Alles andre passt einfach nicht zu mir.
    Wir sind einfach so..kein Grund uns da nen Kopf zu machen ;)

    Herzliche Grüße
    Isa

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    1. Liebe Isa,

      ich habe Dir dazu ja schon auf FB geantwortet. Daher spare ich mir das jetzt hier. ;-)

      LG,
      Laura

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